Odessa
wild.erin
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erstellt am 14-05-2012 um 12:06
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Daß ich das mal sage, dachte ich auch nicht - die Zeugen Jehovas, genauer die zwei netten und äußerst angenehmen Damen, die eben hier waren.
Die Zeugen stehen regelmäßig vorm Hof, weil sie zu meiner Nachbarin wollen, die zwar weder Zeuge ist noch religiös, aber einfach jemand braucht der mit ihr stundenlang redet und sie "bespaßt". Heute aber kamen sie zu mir, und wollten Ratschläge zur Kaninchenhaltung. Eine Bekannte hat ein - wie leider üblich - Einzeltier in Käfighaltung, das sie zudem fast nur mit Brot, ab und an Salat und "Rasenverschnitt" aka "Heu aus Drogeriemärkten" füttert. Mit der Folge, daß das Tier nur apathisch im Käfig sitzt, Durchfall hat ständig oder Verstopfung, und es sofort schnappt oder wegläuft in die Käfigecke, nähert man sich ihm. Nach nun 50 Minuten Aufklärung und dem Hinweis, das Tier unbedingt zu vergesellschaften mit einem Artgenossen, es im Freilauf zu halten und nur mit gutem Heu frischem Gras, Löwenzahn, Gänseblümchen, ab und an Kräutern, Apfelbaumzweigerln zum Knabbern und alle paar Tage mit zusätzlich einer Karotte, Brokkoli und Apfelschnitzerl zu füttern, ist jetzt klar: dem Tier WIRD geholfen von den beiden engagierten "Zeuginnen". Sie begründeten es u. a. damit, daß schon in der Bibel stünde (wie btw. auch im Koran), daß der Mensch auch vor Gott eine Verantwortung hat gegenüber den Tieren und daß Derjenige zu strafen sei, der einem Tier etwas Böses antut und es leiden läßt, oder der zusieht wie ein Anderer ein Tier "schlägt, hungern läßt oder seiner Freiheit beraubt". Mir ist wiederum ehrlich gesagt scheißegal ob sie es wegen ihres Glaubens tun oder weil Bananen krumm ist, wichtig ist nur - diese beiden Frauen helfen jetzt tatkräftig und machten sich dafür sogar die Mühe, 30 km Anfahrtweg auf sich zu nehmen in der Hoffnung, mich anzutreffen für dieses Gespräch.
Und: eines der weiblichen Hasenbabies, die meine TÄ derzeit aus einem Wurf der "nicht gewollt und entsorgt wird" bei sich aufnahm, wird ein neues Zuhause bei diesem jungen Hasenmann bekommen, und der Hasenmann wird gar nicht mehr apathisch sein sondern endlich artgerecht gefüttert und gehalten werden und das zudem mit einem Partner an der Seite.
Mag man gerne drüber lachen ob der Bescheidenheit dieser Freude, aber für mich geht mit jedem Menschen, dem ich ein bisserl "Hirn" und Verantwortungsbewußtsein für Mitgeschöpfe "ein.reden" im wahrsten Wortsinne konnte, erneut die Sonne auf. Die Sonne der Hoffnung und die der puren Freude darüber, daß wenigstens wieder einem und in dem Fall ja sogar zwei Lebewesen zu einem wenigstens drittelbishalbwegs artgerechten Leben verholfen wurde Taten statt Worte - aber manchmal folgen Worten auch Taten.
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Wahre Freunde unterwegs
Geändert von Odessa am 14-05-2012 um 12:15
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