TheTurningPoint
Not every pain hurts
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erstellt am 10-12-2011 um 06:17
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Zitat: Original geschrieben von True Zombie
Meine eigenen Erfahrungen zeigten, daß Musik entweder melancholische oder euphorische Stimmungen weckt. Und daß die Stille (Abwesenheit von Musik) mystische Stimmungen jenseits von Euphorie und Melancholie weckt. So wie Euphorie und Melancholie einander ausschließen, schließt die Mystik beides aus.
Wie wir Musik empfinden und mit ihr umgehen, das hängt meiner Ansicht nach sehr von unserer Konditionierung ab, also davon, welche anderen Reize parallel zur Musik auf uns einwirkten. Während aus deinen Beiträgen irgendwie herausklingt, dass die Begleitumstände, unter denen du Musik erfahren hast, überwiegend negativ auf dich einwirkten, ist Musik bei mir vorwiegend mit positiven Begleitumständen verknüpft. Das begann im Kleinkind-Alter mit Schlafliedern und anderen Liedern, die von vertrauten Stimmen gesungen wurden, setzte sich fort über erste Tanz-Versuche, das Mitsingen von Liedern, Tanzen als Kontaktaufnahme zur Damenwelt, bis hin zu Musik als Hilfe und "Notbremse" in Extremsituationen.
Heute sehe ich die verschiedensten Musiken als Drogen, mit denen ich "die persönlichen Wunschzustände" erreichen kann, ohne die unkalkulierbaren physischen Nebenwirkungen, die stoffliche Drogen haben. Außerdem sind sie vergleichsweise preiswert und außerdem wiederverwendbar. Wie bei anderen Drogen, spielt auch bei Musik die Dosierung eine wichtige Rolle, und man muss selbst im Laufe der Zeit herausfinden, welche Musik bei welcher "Krankheit" am besten hilft.
Ich habe irgendwie den Eindruck, dass du dich als Opfer und "Erleider" der Musik ansiehst, der zum Beispiel "ganz automatisch in melancholische Zustände verfällt", also eher passiv im Umgang mit Musik ist. Ich selbst versuche, aktiv die Musik auszuwählen, die ich in einem bestimmten Moment als angenehm und hilfreich ansehe. Der Musik, die mir nicht behagt, versuche ich mich weitestgehend zu entziehen.
Meiner Meinung nach ist die Auffassung von Stille als "Abwesenheit von Musik" zu eng gefasst. Neben Musik gibt es eine Vielzahl anderer Geräuschkulissen, die Stille verhindern. Und darüber, was Musik ist oder strukturloser Krach, lässt sich auch vortrefflich streiten.
Was das Erzeugen von Stimmungen durch Musik betrifft, gibt es bei mir nicht nur "entweder oder", sondern auch "Weder noch" und "sowohl als auch". Ich versinke nicht in melancholischen, euphorischen oder mystischen Stimmungen, die sich gegenseitig ausschließen, sondern habe viele Musiken in meinem "Medizinschrank", mit denen ich zwischen den Stimmungen wechseln kann. Als Beispiel fällt mir die CD "Les Memoires Blessees" von Dark-Sanctuary ein: Beginnend mit tiefster Melancholie (1), geht es über Erwärmung (5) und "Augen zu und durch" (8) hin zu Euphorie (10), Mystik (12), Stille und Klarheit (13). Ähnlich ist das bei Faith And The Muse.
Zitat: Denn alles scheint nunmal unabänderlichen Naturgesetzen zu unterliegen - selbst musikalische und innerpsychische Prozesse.
Das ist in meinen Augen kein Grund zur Sorge. Wenn man selbst Musik machen will, ist die Kenntnis der Naturgesetze ganz hilfreich. Zum Genießen und Lebensfreude-Sammeln muss man aber nicht alle Details wissen. Das wäre so, als wollte man den Sinn des menschlichen Lebens durch das Sezieren von Leichen finden.
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Du allein kannst strahlen in der Welt.
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