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Thema: Gut und Böse
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seelenmord Suchender Beiträge: 772 aus: suchender ;) Registriert: Jul 2001
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erstellt am 28. November 2001 um 00:34 Uhr
@Nihasa Zitat: Glaubt ihr, dass die Einstufung von Kohlberg mit euch übereinstimmt?
Für das zu meinem Alter angegebene: Ja! Zitat: "Illuminatus"? Kenne ich nicht. Was wird denn da gesagt?
Das ist eine längere Episode in dem Buch ... leider habe ich es nicht griffbereit hier (da ich es aus der Bibo gelesen habe). Aber dort wird beschrieben wie in Atlantis Gut und Böse erst erfunden werden mußten und im Endeffekt zum Untergang von Atlantis führten. Zitat: Ich komme aus der Nähe von Oelsnitz. Wieso? Kommst du auch aus Sachsen? Wenn ja woher?
Ja, Zwickau Dunkelschläfrige Grüße seelenmord ------------------ Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
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manto Nachtwesen Beiträge: 82 aus: Registriert: Jun 2001
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erstellt am 28. November 2001 um 01:14 Uhr
grüße,nihasa, was genau denkst du denn über gut und böse? du hast ja schon angesprochen, was dich verwirrt...du merkst daß, die begriffe nicht für jeden das gleiche bedeuten...das sie also von etwas abhängen, und nicht für sich selbst stehen...die gegensätze, die unvereinbar scheinen, und doch erfahrungsgemäß auseinanderhervorgehen können...bring doch bitte mal ein beispiel...vielleicht wird es dann fassbarer, wo genau deine verwirrung begründet liegt und wo man einen bezug zu abstrakteren erklärungen herstellen kann...interesse? @mont wo sagt kant das? gib mir doch mal bitte die quelle an zu der gott ist gut problematik...hm...klassisches paradoxon: wenn gott gut ist, ist er nicht böse, wenn er aber nicht beides sein kann, ist er nicht allmächtig...also kann gott nicht nur gut...oder gütig sein aber wir können gott eh nicht fassen und erklären...wir müsssen glauben oder eben nicht...und das schneidet diesbezüglich eigentlich jede diskussion ab... nächtliche grüße manto
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Michaela Nachtwesen Beiträge: 715 aus: aus der tiefsten Hölle,zurückgekehrt zu mir Registriert: Nov 2001
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erstellt am 28. November 2001 um 01:45 Uhr
Genau das wollte ich damit sagen. Ich denke heute,das es darauf ankommt wie man eine situation,eine erfahrung die man macht,annimmt. Ich kann mich in meine Ecke zurückziehen,die Welt für böse erklären,mein selbstmitleid pflegen,oder aber ich sehe es als Herausvorderung und stehe erst recht auf.Das mich hier bitte niemand falsch versteht,ich halte trauern,sich zurückziehen usw. für einen durchaus akzeptablen und guten Weg um mit Tiefschlägen fertigzuwerden.Nur das verteufeln der ganzen welt lehne ich ab.Man kann am Schlechten wachsen um das Schöne zu genießen,und schlußendlich ist alles subjektive wahrnehmung.Das war meine!Herzlichst Michaela ------------------ Suchende
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Nihasa Nachtwesen Beiträge: 212 aus: tauschbar Registriert: Nov 2001
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erstellt am 28. November 2001 um 23:28 Uhr
Danke, für die vielen Antworten. Noch einmal zu den einzelnen.@ fluchtraum Kein Gedanke und kein Gefühl ist jemals böse? Dem muß ich auf jeden Fall widersprechen. Natürlich kann aus einem guten Gedanken eine Böse Tat entstehen, aber das es nur gute Gedanken und Gefühle gibt?...*grübel* Also ich weiß nicht, ob ein Mordgedanke ein guter Gedanke ist. Das bezweifle ich stark! Es kommt jetzt natürlich darauf an, aus welcher Position man das sieht. Der, der diesen Mordgedanken hat, für den ist sicher auch etwas gutes dabei und wenn es nur Befriedigung ist. Aber ich glaube nicht, dass du das so gemeint hast, oder? Ich gebe zu, dass das Beispiel für einen bösen Gedanken jetzt sehr extrem und sehr weit hergeholt ist, aber das macht meine Überlegung am besten deutlich. @ Curzon Achso. Jetzt habe ich es verstanden. Also wäre es für dich auch in Ordnung, wenn man seine eigenen Gefühle ausdrückt, sagt , dass es für EINEN gut/ böse ist. Einfach, dass man dazu sagt, dass das SEINE EIGENE Meinung ist. Und um das nicht so kompliziert zu machen, wie ich es gerade versucht habe, sagst du einfach es ist angenehm/unangenehm. Nur um alle Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen. @ Seelenmord Zwickau? - Kenne ich!!! *freu* @ Manto Was denke ich über gut und böse? Ja, schöne Frage. *g* Also, ich bin auf jeden Fall der Ansicht, dass gut und böse für jeden etwas anderes ist und das sich die Ansicht für jeden selbst noch einmal, je nach Situation ändert. Was mich nun so verwirrt ist, diese ständige Wandlung der Begriffe. Und das ich nicht weiß, was jemand nun wirklich meint, wenn er sagt etwas ist gut/böse. Darum wollte ich eure Meinung dazu wissen und dabei habe ich gemerkt, dass fast alle genau so denken, wie ich. Jeder weiß, dass mit gut und böse ständig etwas anderes gemeint ist und dennoch benutzt diese Begriffe jeder. Deshalb finde ich die Idee von Curzon auch so gut. Einfach anstatt gut/böse, angenehm/unangenehm zu sagen. Damit räumt man Mißverständnisse aus dem Weg. Nachdenkliche Grüße, Nihasa
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seelenmord Suchender Beiträge: 772 aus: suchender ;) Registriert: Jul 2001
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erstellt am 29. November 2001 um 20:37 Uhr
Salut,naja angenehm und unangehmen für gut und böse zu ersetzen würde ja zwei Begriffe aus unserem Sprachschatz streichen  Aber sicherlich interpretiert jeder zwischen gut und böse etwas anderes - unbestritten! Ich versuch's mal so: Duschen empfinde ich im Moment als sehr angenehm. Duschen ist im Moment gut. Klingt doch nach einem merkwürdigen Ausdruck, oder?  Aber: Eine gute Idee! [in Hinblick auf eine Absicht von Dir] Eine angenehme Idee! *g Damit drückst Du doch aus, daß Du in Hinsicht auf Erreichen des Zieles einen (weiteren) Ansatzpunkt hast um selbiges zu verwirklichen - ob das angenehm ist, steht doch noch auf einem anderen Blatt  Grüße seelenmord ps.: Naja, die 20 km bis Oelsnitz sind auch keine wirklich Entfernung, oder?  ------------------ Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
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MontPèlerin Nachtwesen Beiträge: 35 aus: den Mauern meines Geistes (prosaisch: aus Dessau) Registriert: Sep 2001
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erstellt am 09. Dezember 2001 um 17:49 Uhr
Hallo manto,hat etwas gedauert wegen der Quellenangabe... hier ist sie: I. Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, in: Werke, Bd. IV, hrsg. v. W. Weischedel, Wiesbaden 1956, S. 61: "Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest." Hinweise: a) Wie ich schon in meinem Beitrag geschrieben hatte, habe ich sinngemäß und "aus dem Kopf" zitiert. b) Ich habe die o.g. Quelle nicht geprüft, sondern selbst entnommen aus: F.A. von Hayek, Die Verfassung der Freiheit, J.C.B. Mohr Tübingen, 1991, 3. Auflage, S. 170, Fußnote Nr. 13. ---------------------------------------- Allgemein zum Thema noch folgendes interessantes Zitat: "So, wie wir einen Menschen frei nennen, der für seine eigenen Zwecke und nicht für die eines anderen lebt...", Aristoteles, Metaphysik, I, 2, 8, zitiert nach am unter b) angegebenen Ort, Fußnote Nr. 3, S. 14. Stille Grüße ------------------ MontPèlerin ---------------------- res severa est verum gaudium Im Ernsthaften liegt die wahre Freude
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Daath Vader Schattenwesen Beiträge: 2 aus: Deutschland Frankfurt am Main Registriert: Dez 2001
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erstellt am 09. Dezember 2001 um 20:07 Uhr
Ich weiss, ich bin ein Späteinsteiger, aber die Beiträge in diesem Thread fand ich recht interessant -- da dachte ich, ich gebe mal meinen Senf dazu.Grundsätzlich ist die Frage nach Gut und Böse seehr schawierig, und ich maße mir nicht an, sie definitiv beantworten zu können. Ich glaube, man kann die Beiträge in folgende Kategorien einteilen: A Hedonisten: Glauben im wesentlichen, daß alles was Spaß macht gut ist. B Kohlbergianer: Glauben daß das Unterscheidungsvermögen zwischen Gut und Böse von der kognitiven Entwicklungsstufe und der geistigen Reife des Individuums abhängt. C Abraxianer: (in Anlehnung an Hermann Hesse) glauben daß gut und böse menschliche Grundeigenschaften sind, die irgendwie zusammengehören und oft so ineinander überfließen, dass man sie nicht mehr richtig unterscheiden kann. D Kantianer: Glauben, daß man mit rational ergründeten Gesetzen weiterkommt, die universelle Gültigkeit haben (z.B. der Kategorische Imperativ in seinen verschiedenen Formulierungen). Ich finde mich in allen 4 kategorien teilweise wieder. A ist grundsätzlich OK, kann aber sich aber schnell in blinden, kleinlichen Egoismen verlieren. Zu B -- ja, ich glaube man sollte ein post-konventionelles Moralverständnis anstreben, aber da gibt's auch mehrere Möglichkeiten. Kohlbergs Auffassung ist da absolut nicht immun gegen Kritik. Zu C, auch ja, aber trotzdem gibt's Dinge, die jedem Bauernlümmel intuitiv als böse auffallen, die man mit einer jungianischen Integrationsmystik nicht verklären sollte. Die Kantianer (D) sind auf dem richtigen Weg, aber abstrakte Moralprinzipien sind halt eben abstrakt, und oft nicht einfach anzuwenden. Auch kann man damit gutes Handeln bestenfalls allgemein charakterisieren, nicht aber in allen Einzelfällen spezifizieren. Nachdenken muß man immer noch. Zu guter Letzt wollte ich noch Paulus zum Besten geben (mit einem für ihn ungewöhnlich tiefgründigen Aphorismus): "Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." Römer 7:19 Möge die Kraft mit euch sein ~ Da'ath Vader
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